Ein Nachmittag im Kletterwald – ich muss verrückt sein!
Da habe ich mir ja was Schönes eingebrockt! Mein Sohn wollte unbedingt einen Kletterwald besuchen. Also habe ich ihm einen Gutschein zum Geburtstag geschenkt. Aber vor Ort wollte Tobi dann unbedingt, dass ich mit ihm in die Bäume steige. Und darum stehe ich jetzt hier auf dieser Plattform mit einem total bescheuerten Helm auf dem Kopf und in ein ungewohntes Geschirr gezwängt wie unser kleiner Terrier. Ich spähe entsetzt hinunter auf den Waldboden. Er ist gefühlte hundert Meter unter mir! Meine Frau winkt zu mir herauf: „Lächeln, Schatz, ich filme gleich, wie ihr über die Hängebrücke geht!“
Von gehen kann keine Reden sein! Es ist ein einziges Getaste und Gehangel. Du meine Güte, ist das wackelig! Tobi ist schon drüben und feuert mich an. Hinter mir motiviert mich der Führer. Ich komme mir vor, wie ein kompletter Idiot. Ein Kletterwald! Ich, mit 42 Jahren! Dann bin ich drüben, mein Sohn gratuliert mir aufgeregt. Ein junger Mann nickt anerkennend „Das ging aber fix, machen Sie das öfter?“ Jetzt bin ich doch ein wenig geschmeichelt. Wagemutig nehmen wir die nächste Etappe in Angriff. Und die Nächste. Mit wachsendem Stolz sehe ich, wie gut Tobi sich hält. Er klettert ungelogen wie ein Affe. Ja, das ist eben mein Sohn! Ganz der Vater!
Die Endstation ist erreicht, von hier geht’s mit der Seilrutsche zurück auf den Boden. Ein letztes Mal Mut sammeln – die Erde hat uns wieder! Super, das hat doch Spaß gemacht. Ich glaube, das müssen wir wiederholen. Und Mami muss dann auch mit!
Autor: Michael aus Wuppertal










