Kultururlaub in Mahdia

Der Oktober ist meiner Meinung nach der optimale Zeitpunkt, um eine Reise nach Tunesien zu wagen. Das Wetter ist prima – 25° bis 30° Grad sind wunderbar und nicht zu heiß. So kann man auch neben der Erholung am Strand des afrikanischen Mittelmeeres oder dem Hotel-Pool entspannt die schönen Plätze besichtigen, die Tunesien zu bieten hat.

Wir waren für zwei Wochen in Mahdia. Dies ist ein touristisch noch nicht sehr erschlossener Ort. Bei rund 100.000 Einwohnern gibt es nur 8 Hotels. Die “Strandpromenade” ist gerade erst im Aufbau. Es gibt einen kleinen Markt für Touristen – eine Art Basar in kleinen Lädchen einer Gasse, in denen man schöne Andenken und Mitbringsel für die zu Hause gebliebenen erwerben kann. Verlässt man allerdings diese Ladenstraße, entdeckt man plötzlich das noch ursprüngliche Leben. Hübsche Gässchen, einen Hafen oder auch eine Markthalle – in der wie in Tunesien üblich, z. B. die verschiedensten Gewürze offen und unverpackt angeboten werden.

Zu Fuß gelangt man auch an einen idyllisch gelegenen Friedhof – direkt am Meer. Er ist umgeben von alten Ruinen eine Art Festung aus längst vergangenen Zeiten. Das Ganze ist auf einer Halbinsel gelegen – und direkt an der Küste – in den Felsen gearbeitet – liegt das Café Sid i Salem. Es gilt als echter Geheimtipp – selbst unter den Einheimischen. Hier kann man am späten Nachmittag den Tag entspannt ausklingen lassen und wunderbare Sonnenuntergänge beobachten.

Nicht weit von Mahdia liegt das römische Colloseum El Djem. Es ist das weltweit drittgrößte Colloseum und vergleichsweise sehr gut erhalten. Man sollte es gleich früh morgens besichtigen, wenn man den Touristen-Strömen entgehen möchte.

Erstaunlich sind auch die Höhlenwohnungen der Berber in Matmata. Noch heute lebt ein Teil dieser Tunesier in diesen urspünglichen Wohnungen – die aber erstaunlich hell, geräumig und teilweise sogar mit modernen Einrichtungsgegenständen möbliert sind. Viele der Berber erlauben einen “Blick hinter die Kulissen” und heißen interessierte Gäste in Ihren Räumlichkeiten herzlich willkommen.

Aber auch Science Fiction Fans kommen voll auf ihre Kosten: Luke Skywalkers Heimatplaneten “Tataooine” gibt es wirklich – jedoch muss man in kein Raumschiff steigen, um ihn zu erkunden. Er liegt tatsächlich in Südtunesien! Der Name des Sandplaneten stammt von der Berberstadt Tataouine. Als Ausgangspunkt für Trips zu den bekanntesten Star Wars-Drehorten bietet sich die Anlage nahe der Höhlen von Matmata an. Für Fans von “Krieg der Sterne” ist das ein absolutes Muss.

Es sind aber auch Kleinigkeiten, die dieses Land so charmant machen: Dattelpalmen mit ihren süßen Früchten, stehen an nahezu jeder Ecke. Grüne Olivenplantagen in der sonst so kargen Landschaft. Schäfer, die Ihre Schafe zusammentreiben. Einheimische Schnorchler auf der Jagd nach Tintenfischen. Kleine Webereien – Familienbetriebe, die herrliche Schals und Tücher oder gar Teppiche herstellen. Pfefferminztee – traditionell gebraut und geschmacklich ein absolutes Erlebnis. Bukha – der Feigenschnaps ist nur etwas für Hartgesottene. Der Muskatlikör dagegen sehr süß und leicht bekömmlich. Feiner weißer Sandstrand – türkisblaues Meer, in das man weit hinein laufen kann, da es nur flach abfällt. Granatäpfel-Sträuche. Oleander. Kakteen. Und natürliche Kamele – oder vielmehr Dromedare (nur 1 Höcker auf dem Rücken).

Wenn man Sightseeing mit Strandurlaub verbinden möchte, ist man hier in Tunesien genau richtig.

Reisezeitraum: Oktober 2008 (07.10 bis 21.10.) – Hotel RIU El Mansour

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